Jahresbericht des Präsidenten 2010

Interview mit unserem Präsidenten Thilo Höllen


Lieber Thilo, Du hast  in all den Jahren Deiner Präsidentschaft immer einen Jahresbericht im Ritörn geschrieben und bist dabei - viel lobend - auf das Tennisjahr des TCH  eingegangen. Dieses Mal hatte ich Dich gebeten, mir doch auf konkrete Fragen zu antworten und  damit auch Probleme ansprechen. Schön von Dir, dass Du zugesagt hast.

Was war denn aus Deiner Sicht das Erfreulichste dieses vergangenen Tennisjahres?

 

Präsident Thilo Höllen: (Nachstehend durchaus respektvoll, aber  eben kollegial  der „ Präsi“ genannt): Das war ganz eindeutig die Eröffnung des neuen Platzes am 1.Mai. Dabei ist ja auch die Skulptur von Stephan Schmidlin enthüllt worden.  Für mich war das eine Zielankunft. Viele Hürden waren vorher zu überwinden gewesen. Nicht ich alleine habe das  geschafft; ein mich umgebendes Umfeld  hat da ganz toll zusammengespielt.

                 
Was war es dann, was Dich  am meisten geärgert hat?

 

Präsi: Interessenkonflikte und die damit verbundenen Auseinandersetzungen sind es tatsächlich, die ärgerlich sind. Eigener Nutzen geht allzu oft vor Rücksichtnahme und Toleranz. Es Allen, bei gegebenem Umfeld recht zu machen, ist  fast unmöglich. Trotzdem versuche ich fair zu sein gegen Jedermann.

 

Der neue Platz hat sicher Probleme gelöst. Hat er auch neue geschaffen?

 

Präsi:  Nein, wirklich nicht . Neues weckt Begehrlichkeiten, aber das ist normal. Viele bevorzugen den Platz 1. Das freut mich. 


Der eigentliche Grund den neuen Platzes zu bauen war ja der unglaubliche Mitgliederzuwachs und die sich daraus ergebenden Engpässe. Ist eigentlich eine Obergrenze erreicht?

 

Präsi: Wir haben jetzt (Stand Februar 2010)  etwas über 500 Mitglieder. Ich meine allenfalls noch 20 bis 30 Mitglieder aufnehmen zu können. Dann müssen wir eine Warteliste installieren. Das ist unpopulär und bedarf aber eines Vorstandbeschlusses.

    
Die Plätze sind der eine „Flaschenhals“, die Garderoben und das Restaurant sind zu gewissen Zeiten ebenfalls überbelegt.
Teilst Du diese Meinung?

 

Präsi: Durch die eine neue Markise haben wir letztes Jahr unser „Garten-Restaurant“  schöner gemacht und vergrössert.  Die Garderoben sind oben mit Tablaren versehen worden, aber eine Erweiterung des Clubhauses ist im Moment nicht beabsichtigt.
          
Was meinst Du dazu, wenn von Senioren der Vorwurf erhoben wird, die Plätze seien zumindest an Wochenenden den Nichtwettkämpfern zu wenig zur Verfügung. Interclub und alle möglichen Besetzterklärungen gehen dem allgemeinen Sport vor.

 

Präsi: Dazu und an den Anfang gestellt: Wir sind ein Sportclub und der betreibt Wettkampf, was den Sport erst aus macht. Ich wünschte mir, dass diese Senioren doch die weniger  frequentierten Tageszeiten nutzen. Im Übrigen sind durch den 6. Platz die Interclubspiele in kürzerer Zeit durchzuziehen, so dass an solchen Interclubtagen abends gute Chancen zu spielen gegeben sind.
                    
Wie willst Du der Meinung  begegnen, die von Seiten der Nicht-Wettkampf-Spieler, Damen wie Herren, immer wieder erhoben wird:
„Uns nimmt man immer etwas weg, meist ungefragt“.

 

Präsi: Dies ist ein echter Vorwurf, den ich so nicht akzeptieren kann. In einem Tennisclub wird es immer Interessenskonflikte geben. Solch subjektives Empfinden, noch dazu so allgemein gehalten, ist kaum zu widerlegen. Ich versichere aber, dass ich mir sehr den Kopf zerbreche, wenn etwas zu Lasten der „Ladies“, der „Gentlemen“ oder des Doppel - Abend geht.
                                       
Jetzt aber einmal etwas was wir Mitglieder mit Bewunderung zur Kenntnis nehmen. Du hast ein Team von Helfern um Dich geschart, das enorm aktiv ist: Echte Schaffer. Man bewundert Dein glückliches Händchen bei der Auswahl deiner Helfer.
Wo und wie findest Du die?

 

Präsi: (Herzhaft freudig lachend) In mein unmittelbares Umfeld habe ich einsatzfreudige und fähige Kollegen , die meine Interessen teilen und ohne die ich diesen (Neben-)Job gar nicht machen könnte. Einen Verein, wie den TCH zu führen ist sehr arbeitsintensiv. Ich bin stolz auf meine Freunde. Es ist schön, dass das auch von Anderen so gesehen wird.

            
Du hast den Vorstand umorganisiert, verkleinert.
Was ist der Grund und was versprichst Du Dir davon?

   
Präsi: Ich musste etwas tun. Wir müssen schneller, flexibler werden. Allein schon einen 10köpfigen Vorstand an einem bestimmten  Abend kurzfristig aufzubieten war problematisch und dann waren einige im Vorstand an ihrer Kapazitätsgrenze. Es wird so auch für mich einfacher den Club zu führen.

      
Jetzt möchte ich Dir einmal ein ganz dickes Kompliment machen: Immer wieder bewundern wir an Dir Dein enormes Namensgedächtnis. Wie schaffst Du es nur, all die vielen Vornamen zu behalten?

 

Präsi: (schmunzelt verschmitzt) Wenn das so gesehen wird freut es mich, aber ich meine dass das so nicht stimmt. Allzu häufig muss ich nämlich die Hilfe meiner Frau Ruth in Anspruch nehmen und es gibt auch solche, ich schon zweimal fragen musste, was mich sehr ärgert. Ja, ja meistens schaffe ich es tatsächlich. Lassen wir das so stehen.
                           
   
So lieber Thilo, jetzt danke ich Dir für Deine offenen Antworten und frage  Dich:  Hast Du eigentlich etwas auf dem Herzen , was Du als Wunsch  noch anbringen möchtest?

 

Präsi: (überlegt lange) Der Mitgliederzuwachs gibt mir das Gefühl und Überzeugung auf dem richtigen Weg zu sein. Wir haben eine wunderschöne Anlage und dank der Unterstützung durch die Gemeinde auch eine gute Basis. Was ich mir wünsche von den Mitgliedern und deren Interessenvertretern, ist mehr Toleranz untereinander. Die Rolle des Friedensrichters übernehme ich nur ungern. Und dann habe ich auch noch eine Vision: Mir schwebt vor, dass ich es noch bewerkstelligen kann, dass Mitglieder des TCH auf eigenem Platz ganzjährig Tennis spielen können.  Da ist was im Tun. (Nachfragen z.Z. noch zwecklos).

 

Anmerkung des Redaktors:
Dieses Interview hat mich in der Meinung bestärkt, dass wir einen wirklich tatkräftigen hervorragenden Präsidenten haben. Weniger höflich aber umso lieber gemeint: Er ist ein netter Kerl und ein toller Kamerad.
Um ihn werden wir von anderen Clubs beneidet. Das macht uns stolz.
Ihm für all das, was er für uns gemacht  hat zu danken, sage ich im Namen all derer, die das zwar denken, aber nie aussprechen würden.

 

Heinz Kastenhuber